Mi. Jun 19th, 2024

„Ich tauche ein“

Zwei Wochen bin ich nun schon zu Hause, und langsam rücken die Pyrenäen immer weiter weg. Es fällt mir schwer, mich im Alltag wieder einzufinden. 

Was war das Besondere an diesen sieben Wochen? Ich würde es über schreiben mit „Ich tauche ein“. Mir geht’s tatsächlich so, wenn ich in der Natur unterwegs bin, dass dann alles andere sehr sehr weit weg rückt, ich tauche ein in die Natur. Ich tauche ein in ein neues empfinden von Leichtigkeit, nur ausgestattet mit meinem Rucksack, meinem Zelt, meinem Schlafsack Und das erscheint mir trotz der Schwere auf meinem Rücken irgendwie leicht. „Ich sauge ein“, all die Eindrücke die Sonnenauf- und die Sonnenuntergänge, die Libelle, die an mir vorbei fliegt. Der Schmetterling, der Käfer am Boden, der Raubvogel, der über mir schwebt , die Kuh, die grast. 

Während der Tour war das Wort traumhaft sehr präsent, denn immer wieder haben mich Dinge absolut begeistert, es war einfach traumhaft, und trotzdem war es auch unglaublich anstrengend, wenn es wieder einen langen Berg hoch ging und ich den Rucksack schwer fand und es heiß war und ich Durst hatte und keine Unterkunft mit ein erfrischendes Getränk anbot! 

Was nehme ich mit von dieser Tour? In den letzten zwei Wochen ist mir bewusst geworden, dass das Thema „Bewusstheit“ eine Überschrift sein könnte, die ich mitnehme. Ich möchte mein Leben bewusster angehen. Ich möchte mich nicht verheizen in Aufgaben und Verpflichtungen, ich möchte nicht gelebt werden. Ich möchte selber entscheiden, was ich tue und was ich lasse. Ich möchte die Dinge bewusst angehen oder sein lassen! Zu dieser Bewusstheit gehört auch: Ich möchte mein Leben leichter machen! Und dazu habe ich die Entscheidung oder den Entschluss gefasst, meine Haus und meine Wohnung auszumisten, mich zu erleichtern, mich von Ballast befreien. Ob mir das gelingen wird? Ich weiß es nicht, aber ich werde es versuchen. Ich werde es angehen, ganz bewusst. 

Ich werde beruflich eine Feinjustierung vornehmen und einen Aufgabenbereich streichen und einen anderen ausbauen und das aus der bewussten Fragestellung heraus: Was fällt mir leicht? Was fällt mir schwer? 

Ich möchte viel in der Natur unterwegs sein, viel wandern, denn das schenkt mir Kraft, das gibt mir Energie, das hält mich gesund, das macht mein Leben reich. 

Und ich hoffe sehr, dass ich irgendwann wieder in die Pyrenäen fahre und noch einmal dort wandere, denn einige Etappen fehlen mir, die ich diesmal nicht laufen konnte. Zum Beispiel den Pic Canigou, da würde ich schon gerne noch hin. 

„Ich tauche ein“ … „Ich tauche auf“ … jetzt heißt es „auftauchen“ und in den Alltag „eintauchen“! Vielleicht auch irgendwann wieder „abtauchen“ 😅!!!

Ein Gedanke zu „GR10 – Nachlese“
  1. Liebe Bianca,
    ein toller und inspirierender Reisebericht über eure Wanderung auf dem GR 10, auch die Fotos finde ich total ansprechend!
    Ich möchte in diesem Sommer auch mit meiner Hündin den Weg gehen und bin sozusagen in der Vorbereitung. Da dachte ich, vielleicht kannst du ein bisschen Licht ins Dunkel bringen…
    Da Hunde ja im Nationalpark nicht erlaubt sind und man diese umgehen muss, wollte ich dich fragen, ob du vielleicht sagen könntest, wie du den Weg gelegt hast, so dass es ging. Hast du da vielleicht Tipps? Das wäre grooooßartig…..
    Und dann finde ich die Idee mit dem Balf supergut, ich hatte davon noch nichts gehört und hätte sonst Trockenfutter mitgenommen oder dort nachgekauft. Ich habe die Fütterungsempfehlung gelesen, es wird da gewichtsmäßig nur etwa die Hälfte von dem empfohlen, was man an Trockenfutter füttere. Ist die Fütterungsempfehlung in etwa realistisch? (Plus etwas mehr wegen des Wanderns natürlich.) Das wäre ja deutlich leichter! Oder wäre es alternativ kein Problem, regelmäßig Trockenfutter vor Ort nachzubauen?
    Und die letzte Frage… Du hattest einen Pausentag pro Woche von Anfang an eingelegt, oder? Ich tippe auch, dass meine Hündin das braucht, vielleicht auch mehr.
    Über eine Antwort würde ich mich riesig freuen…
    Ganz liebe Grüße
    Imke

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