Mi. Jun 19th, 2024
Am Mittelmeer angekommen

Der GR10, vom Atlantik zum Mittelmeer, ist ein traumhaft schöner Weitwanderweg über die Pyrenäen in Frankreich 🇫🇷 und ich habe ihn ja in diesem Sommer mit meinem Hund erwandert. 

Wir waren sieben Wochen unterwegs. Fast alles ist wirklich super klasse gelaufen, aber es gab auch einige Dinge, die nicht so ganz einfach waren. 

Was gilt es zu beachten:

  • Naturschutzgebiete und Leinenpflicht

Der GR10 führt durch einige Naturschutzgebiete und oft darf der Hund dort auch mitlaufen, aber in der Kernzone sind fast immer Hunde nicht erlaubt. So muss man sich über die Wanderkarten darüber informieren, wo die Kernzonen beginnen und für diese Etappen und Strecken Alternativen finden. Außerdem herrscht über ganz viele Strecken Leinenpflicht! Darauf wird auf Schildern hingewiesen: Zone Pastorale!

  • Herden

In ganz vielen Gebieten sind große Tierherden zu finden: Pferde, Kühe und Schafe. Die Pferde und Kühe sind meist ohne einen Schutzhund unterwegs, aber bei den Schafen ist ein Herdenschutz Hund dabei, meist ein Patou. Diese Hunde sind so erzogen, dass sie ihre Herde bewachen und verteidigen und man sollte als Hundebesitzer einen möglichst großen Bogen um Schafherden machen, wenn das möglich ist. Sollte man einem Patou oder mehreren begegnen, dann ist es ratsam, langsam und gleichmäßig weiter zu gehen und möglichst wenig zu reden und auf keinen Fall zu rennen. Wir hatten nur positive Erfahrungen mit Patous, was ich meiner Rosa zuschreibe, die sich sehr defensiv fremden Hunden gegenüber verhält und durch ihre höfliche, zurückhaltende Art eher Interesse weckte als Aggression. Grundsätzlich läuft sie bei jeder Herdenbegegnung eng bei mir. Besonders Pferde lassen sich leicht erschrecken und es ist immer ratsam, dass der Hund eher in Deckung bleibt!

  • Übernachtungen

In sehr vielen Herbergen in Frankreich sind Hunde nicht erlaubt. Nicht nur in den Schlafräumen, sondern grundsätzlich im Haus. Das sollte man wissen! Ich hatte mein Zelt dabei und habe oft im Zelt mit Rosa übernachtet und konnte trotzdem im Haus mit essen. Oft gibt es zusätzlich zu den Zimmern auch einen Biwack Platz oder eine Wiese, wo das Zelt aufgestellt werden kann.

  • Pausentage

Im Alltag schläft der Hund ziemlich viel und bei so einer Wanderung ist er viel mehr Stunden auf den Beinen, als das im Alltag üblich ist. So ist der Hund nach einiger Zeit ziemlich erschöpft und es ist gut auf ihn zu achten. Ich hatte vor an jedem siebten Tag einen Pausentag zu machen, oder zumindest eine kurze Wanderung und damit einen halben Pausentag. Trotzdem war Rosa nach circa sechs Wochen sehr erschöpft, so dass ich damit rechnete, die Wanderung nicht zu Ende machen zu können. Ich habe dann einige zusätzliche Pausentage eingelegt und Rosa gut aufgefüttert (viel Fleisch, Ei und Joghurt) und die Wanderung dann etwas abgekürzt, um das Ziel noch zu erreichen und das hat dann auch geklappt. Sollte ich noch einmal so eine lange Wanderung machen, würde ich noch mehr auf Pausentage achten und auch auf nicht zu lange Etappen.

  • Hitze

Uns setzte eine Hitzeperiode sehr zu, und es gab Tage, da war es fast 40° heiß! Auf alle Fälle ist für den Hund auf Abkühlung zu achten, ich habe jede noch so kleine Pfütze genutzt, um Rosa die Chance zu geben, ihre Pfoten zu kühlen und ihre Schnauze ins kühle Nass zu stecken. Ich habe dann auch versucht, möglichst früh zu starten und über Mittag eine lange Mittagspause zu machen. So haben wir die heißen Tage ganz gut überstanden.

  • Futter

Da Rosa fremdes Trockenfutter nicht gut verstoffwechselt und ich mich nicht in der Lage sah, sehr viel frisches Fleisch zu schleppen und auch ausreichend zu kühlen, habe ich bei dieser Tour ein Trockenfleisch verwendet (Balf). Ich habe in regelmäßigen Abständen an Unterkünfte, wo ich sicher vorbeikommen würde, ein Futterpäckchen geschickt und diese Futterpäckchen sind bis auf eins auch gut angekommen. Ich habe dann vorher die Unterkünfte per E-Mail über dieses Paket informiert. Das war eine super Sache! Rosa musste das Futter dann in ihren Satteltaschen tragen, manchmal habe ich sie auch ein wenig unterstützt.

  • Satteltaschen 

Rosa trägt beim Wandern einen kleinen Rucksack (Satteltaschen) und sieht aus wie ein kleines Eselchen. In diesen Satteltaschen ist alles drin, was Rosa so beim Wandern braucht: Regenmantel, faltbarer Futternapf, kleines Tuch zum Pfoten abwischen, Futter, Impfausweis, Maulkorb, Erste Hilfe Set, Babysöckchen als Pfotenschutz, Leckerli, Regencape für die Satteltaschen.

  • Gute Vorbereitung 

Den Hund gut auf so eine Wanderung vorzubereiten ist für mich ganz super wichtig! Ich habe ja circa ein halbes Jahr vorher angefangen regelmäßig weite Strecken zu wandern (20-35 km) und bei diesen Trainingswanderungen hat Rosa schon ihren Rucksack getragen! 

  • Den Hund gut beobachten

Wenn man so im Wanderflash ist, merkt man manchmal nicht (mir geht es zumindest so), dass der Hund erschöpft ist. Meine eigene Begeisterung hat mich dann an einigen Stellen blind gemacht und Rosa musste schon sehr viel Erschöpfung zeigen, bis mir deutlich wurde: Jetzt ist es genug! Was sind so Erschöpfungszeichen des Hundes? 

Für mich war es am ehesten der etwas traurige Blick, der mir zeigte, dass Rosa jetzt einfach nicht mehr mag. Auch das Hinlegen bei jeder noch so kleinen Gelegenheit, die sich ergab, war für mich ein klares Zeichen, dass Rosa jetzt ziemlich platt war und an einigen heißen Tagen das Hecheln, das einfach nicht aufhören wollte. Da ist schon immer wieder gut abzuwägen, ob man weitergehen kann oder ob der Hund jetzt dringend eine Pause braucht! Was ich sehr erstaunlich fand, wie schnell sich Rosa immer wieder erholte und wie sie dann auch wieder Freude entwickelte, anfing zu spielen und zu toben und ich dann auch merkte, das, was an Erschöpfung da ist, lässt sich auch gut überwinden, wenn ich ihr die nötige Pause gebe!

Würde ich so eine lange Wanderung noch mal mit dem Hund machen? Auf alle Fälle! Nach der Tour ist vor der Tour, da gibt es schon Überlegungen, wo es als Nächstes hingeht. Aber für mich wären insgesamt circa sechs Wochen genug. Hund und Frauchen freuen sich dann schon sehr auf zu Hause!!!

So, das ist das, was mir einfällt, wenn ich an die Tour zurückdenke, und wenn Ihr Ergänzungen oder Fragen habt, dann schreibt mir einfach!

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