Do. Feb 22nd, 2024


Pausentag

Gestern gab es für Rosa und mich einen Pausentag und der tat so richtig gut! Den Vormittag verbrachte ich noch in Bagnères-de-Luchon und fuhr dann mit dem Taxi nach Melles, wo ich mich für die Nacht in der Auberge Crabère angemeldet hatte.

Als ich um die Mittagszeit ankam, spürte ich erst ein wenig Verärgerung über den Hund und mit viel freundlichem Zureden, erlaubten sie mir dann doch zu bleiben, und ich fand ein lauschiges Plätzchen auf der Terrasse im Schatten, wo ich den gesamten Nachmittag gemütlich verbrachte, und Rosa schlief tief und fest.

Im Laufe der Zeit wurden dann alle immer freundlicher, sie merken, das ist ein angenehmer Hund, und es war dann irgendwann gar kein Problem mehr. Abends stellte ich auf einem kleinen Wiesenstück das Zelt für Rosa auf. Das Team in der Auberge war super nett, nachdem wir uns angefreundet hatten, und miteinander warm geworden waren, und als ich ging, wurde ich herzlich eingeladen, doch bald wieder zu kommen. Ach ja und das Essen, das sollte ich noch erwähnen: Es gab ein super leckeres Abendessen mit Melone und Schinken, danach leckeres Hühnchen und selbst gemachte Pommes Frites, und zum Dessert Mousse au Chocolat!

Es war ein Traum, und auch das Frühstück war reichlich, so dass ich in die 24. Wanderetappe gut gestärkt startete!

GR10 – Etappe 24

Tourentelegramm 24. Etappe: Von Melles zum Refuge de L‘Etang D‘Araing, 15 km, 5:30 h, 1500m ⬆️, 260m ⬇️

Kaum zu glauben! Schon wieder eine Traumetappe mit herrlichen Panoramen. Die ersten Kilometer ging es zwar erst auf einer kleinen Landstraße entlang, aber es war so herrlich rundherum, rechts und links, dass das gar nichts ausmachte. Dann folgte ein Aufstieg und nach 1500 Höhenmetern war der höchste Punkt des Tages erreicht: Col d’Auéran 😅!!!

Danach ging es eine gute halbe Stunde bergab und dann war das Refuge de L’Etang D’Araing erreicht. Eigentlich wollte ich noch im See schwimmen, doch es zog Nebel auf und so war mir dann doch eher nach heißer Dusche!

Ich war an diesem Tag mit Petra aus Tschechien gelaufen (wir hatten gemeinsam mit Marianne in der Auberge Crabère ein 3er Zimmer geteilt), mit der ich mich immer wieder gut unterhielt. Sie spricht fließend Englisch, denn sie unterrichtet am Gymnasium Englisch. Auch wieder so eine schöne Begegnung! Für Rosa stellte ich am Refuge wieder das Zelt auf ( neben Petras Zelt, sie hatte keinen Platz mehr im Haus bekommen) und wir hatten einen lebhaften Abend mit einem lustigen Sprachengewirr, denn hier waren viele Spanier und es war ein lautes und munteres Miteinander!

Ob ich wohl in dem Lager schlafen kann (12 Personen wie Sardinen in einem kleinen Raum … ich schlafe in einer 3er Koje oben 😅… zur Not gehe ich zu Rosa ins Zelt ⛺️!)? Morgen gibt es eine kurze aber heftige Etappe mit einem steilen und teilweise rutschigen Abstieg!  Eins nach dem Anderen … erst kommt mal die Nacht!

GR10 – Etappe 25

Tourentelegramm 25. Etappe: Vom Refuge de L‘Etang D‘ Araing nach Eylie, 8 km, 3:15 h, 350m ⬆️, 1350m ⬇️

In aller Kürze: 

Nacht besser als gedacht, trotz Sturm

Schon wieder eine Traumeppe

Gut einstündiger Aufstieg

Gut zweistündiger Abstieg (teilweise sehr steil)

Ruinen der Anciennes Mines de Bentaillou 

Gite d‘étape d‘Eylie … super freundliche Familie

Leckeres Essen


GR10 – Etappe 26

Tourentelegramm 26. Etappe: Von der Gite d‘Étape d‘Eylie zur Gite d’Étape La Maison Du Valier, 21,6 km, 7:30 h, 1700m ⬆️⬇️

Bei der heutigen 26. Etappe erwarteten mich zwei lange Auf- und Abstiege. Es würde eine lange Tour werden, und so startete ich gemeinsam mit Petra bereits um 7:00 Uhr. Am Nachmittag sollte es Regen geben und wir wollten vor dem Regen am Ziel sein.

Der erste Aufstieg führte auf einem schönen, schmalen Pfad stetig bergauf und begeisterte mich durch die wunderbar vielfältige Vegetation: es gab verschiedene Blumen, es gab Heidekraut/Erika in ganzen Teppichen, hohe Farne, einzelne Birken, kleine Buchenwäldchen, schöne Gräser und dazwischen immer wieder grauer Stein. Es war einfach ein traumhaft schönes Bild. Ich glaube „traumhaft“ ist das Wort dieser Tour… ich bin so begeistert und beeindruckt, dass ich das alles hier erleben darf und wenn ich mich bei dem Aufstieg umschaue, schaue ich zurück auf die hohen Berge, aus denen ich gerade komme, auch beeindruckend, wenn man sieht, das eine liegt vor mir und das andere liegt hinter mir, und ich mittendrin. Da kann dann schon mal vor Rührung eine Träne fließen, oder auch zwei!

Den ersten Abstieg bewältigen wir flotten Schrittes, denn die Strecke war gut zu laufen. In der Talsohle angekommen wurde dann auf die andere Talseite gewechselt, über eine Brücke und einen kleinen Fluss und dann ging es wieder bergauf, erst im Schatten schön durch den Wald und später schattenlos über eine große Weidefläche. Die letzte halbe Stunde musste ich ganz schön kämpfen, war erschöpft, durstig, einfach nur platt! Oben machten Petra und ich aber nur kurz Pause, denn es war viel zu heiß!

Wir gingen den Abstieg an, der auch einfach zu gehen war, aber wir liefen jetzt wesentlich langsamer, da die Beine doch sehr erschöpft waren. Gegen 16:30 Uhr waren wir dann bereits am Ziel: Gîte d‘Étape La maison du Valier! 

GR10 – Etappe 27

Tourentelegramm 27.Etappe: Von der Gite d’Étape La Maison Du Valier nach Esbintz, 20,9 km, 6:30 h, 1300m ⬆️, 1400m ⬇️

Ich startete meine 27. Etappe bei leichtem Nieselregen. Ich hatte gut geschlafen in einem schönen Bett, La Maison Valier erinnerte ein bisschen an eine Jugendherberge, etwas steril, aber alles sauber und gepflegt. Und Rosa hatte in ihrem Zelt geschlafen. Ich packte alles ein. Rosa wurde gesattelt, und es ging los. Es erwartete uns wieder eine lange Tour. Petra würde wieder mit von der Partie sein, doch sie war noch nicht ganz soweit, als ich startete. Sie war noch dabei, ihr Zelt einzupacken und etwas gefrustet, dass alles nass war. Es ging erst kurz am Fluss entlang, der am Vortag zum Baden eingeladen hatte, und dann schon bald im Wald steil bergauf.

Ehrlich gesagt, war mir an diesem Morgen etwas mulmig zumute, denn es war immer noch fast dunkel und ich lief durch den Wald, ganz alleine, niemand vor oder hinter mir und ich wusste, hier gibt es Bären und es hätte mich nicht gewundert, wenn einer um die Ecke geguckt hätte. Vielleicht sollte ich singen, dachte ich mir, dass der Bär weiß, hier ist jemand! So stapfte ich mehr oder weniger mutig den Berg hinauf. Der schöne Waldboden war weich, und der Aufstieg phasenweise nicht sehr steil, so kam ich gut voran. Nach dem Wald ging der Weg in einen urwaldartigen Wiesenpfad über, immer steil am Hang entlang. Der Nebel wurde immer dichter und ich war wie eingetaucht in Watte. Ein Vater und sein Sohn hatten sich mittlerweile zu mir gesellt. Der Sohn lief vor mir, der Vater hinter mir, so dass ich nicht mehr allein war und auch nicht mehr so ängstlich, was die Bären anbetrifft 😅.

Nach anderthalb Stunden waren die ersten 600 Höhenmeter geschafft. Der Nieselregen hörte auf, der Nebel lichtete sich und plötzlich tat sich vor mir wie ein Fenster auf und ich schaute auf die Silhouetten der Berge. Das war schon sehr beeindruckend!

Ja und nach knapp 3 Stunden und 1000 Höhenmetern war ein schöner Aussichts- (Cap des Lauses) und Pausenplatz erreicht! Mit einer absolut gigantischen Sicht in die Weite und die Berge der Pyrenäen!!! (Und Petra hatte mich mittlerweile eingeholt und wir liefen die weitere Etappe gemeinsam.)

Danach ging es in einem auf und ab, an den Westhängen des Pic de Montgarié und des Pic de Crabère entlang und um jede Ecke taten sich neue Fernsichten auf und es war einfach nur gigantisch!

Wir kamen auf einen Sattel „Col de Laziès“. Dann erfolgte der Abstieg zum  Lac Étang d’Ayes!

An einem Berghang entlang ging es zum Col de la Core (Parkplatz an einer Straße). Dort war eine witzige Situation: Ein Mann mit einem alten Passat hatte auf seinem Anhänger einen Kühlschrank und einen Generator dabei und einige Sonnenschirme und er verkaufte verschiedene kalte Getränke! Es war echt witzig, denn ich hatte während des Weges noch gedacht: „Wenn wir jetzt am Col de la Core auf einen Parkplatz treffen, werde ich irgendjemand nach einem Getränk fragen, und siehe da, es gab ein Getränk, was für eine Erfrischung! Petra und ich kippten unser Getränk hinunter und dann gingen wir zum Endspurt über: 1,5 Stunden, einen schönen Wald- und Wiesenpfad entlang, teils eben, teils leicht bergab, die Füße glühten, der Schweiß triefte! Aber das Ziel, die Gite d‘Étape d‘Esbintz, war ja ganz nah!


Plaudern aus dem Nähkästchen:

„Der Start in den Tag“ 

Mein Wecker ertönt meist gegen 6:00 Uhr, dann gehe ich ins Bad, und bin dort oft noch alleine, denn um 6:00 Uhr ist es in den Pyrenäen noch stockfinster, und der Wanderstart ist nicht ganz so früh wie in den Alpen. Ich habe meine Ruhe im Bad, kann mich frisch machen und anschließend versorge ich Rosa, die meistens ruhig in ihrem Zelt schläft. Sie bekommt Futter und schlüpft dann wieder in ihr Zelt, um noch ein wenig zu schlafen. Ich packe meinen Rucksack und dann ist Frühstück angesagt. Das Frühstück ist sehr einfach, oft ein paar Scheiben Brot, ein wenig Butter, Marmelade, Tee oder Kaffee, manchmal gibt es noch nicht mal eine Milch. Aber manche Herbergen haben sogar Orangensaft! Und heute, nach vier Wochen, bekam ich das erste Frühstücksei. Wow, das war genial!

Nach dem Frühstück muss Rosa aus ihrem Zelt und das Zelt wird zusammen gepackt. Ich packe ihre Satteltaschen. Sie wird gesattelt und dann geht’s los. 

So mein Start in den Tag! Ach ja, ich starte dann natürlich erst mal meinen Track und vorher schaue ich mir noch mal die Route an, damit ich weiß, wo ist langgeht, nicht dass ich versehentlich falsch laufe, könnte auch passieren!


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