Mi. Jun 19th, 2024

GR10 Etappe 13

Tourentelegramm 13. Etappe: Von Borçe/Etsaut nach Gabas, 27 km, 8:30 h, 1650m ⬆️ 1300m ⬇️

Die bisher anstrengendste und längste Etappe, startete in Borçe/ Etsaut und führte zuerst an einer Straße entlang und ging dann steil nach oben auf einem alten Militärweg, dieser Weg war wie eine Kaskade, denn er wurde in den Fels gefräst. Passend zu diesem Weg gab es einen alten Militärstützpunkt. Weiter oben ging der Weg dann in einen schönen Waldweg über, immer aufsteigend, dann folgte eine riesige Weidefläche und nach 1650 Höhenmetern hatten wir den Col d’Ayous erreicht. Von dort tat sich ein herrliches Panorama auf den Pic du Midi auf.

Es folgte ein felsiger Abstieg, später wieder im Wald und zum Schluss auf der Straße, Richtung Gabas. Eine insgesamt tolle Tour mit beeindruckenden Panoramen, bei sommerlich heißem Wetter! Rosa gönnte sich zwischendurch ein Bad im Lac d‘Ayous. 

Auch die Kühe suchten das kühle Nass im Lac d‘Ayous 😅

GR 10 – Etappe 14

Tourentelegramm 14. Etappe: Von Gabas nach Gourette, 25,4 km, 8:50 h, 1700m ⬆️, 1400m ⬇️

Die heutige 14. Etappe war für mich die bisher Schönste! Heute Morgen ging es bei gutem Wetter um 6:30 Uhr in Gabas los, ich startete früh, damit ich diese sehr lange Etappe bewältigen konnte. Ich hatte gut gefrühstückt, damit ich Energie hatte für den weiten Marsch.

Am Anfang ging es schön durch den Wald, dann wurde es langsam immer felsiger und alpiner, es kam ein Abschnitt mit Seilsicherung, und so arbeitete ich mich langsam den Berg hinauf. Im oberen Teil war es dann ein wunderschöner Wiesenweg, mit schönen Blumen rechts und links, und erst zum Ende hin wurde es wieder felsig.

Der Abstieg war dann geprägt von viel Blockfels, großen Steinen und Schotter, und ich musste sehr langsam laufen, denn ich merkte, dass meine Beine doch sehr müde waren. Dann erlebte ich noch einen Einsatz eines Rettungshubschraubers, es musste wohl eine Person sich beim Abstieg verletzt haben, und die Person wurde dann nach oben in den Hubschrauber befördert.


Zur Übernachtung ging ich in das Refuge Gourette und wurde dort freundlich empfangen und gut versorgt! Das war wirklich ein genialer Tag, mit tollen Panoramen, auch wenn es zwischendurch mal regnete, die Füße liefen, ich bin super begeistert und dankbar! Ach ja, und uns begegnete wieder ein Patou. Er hatte großes Interesse an Rosa, sie aber weniger an ihm, … es war wieder eine freundliche Begegnung. Für Marta und mich hieß es heute Morgen erst mal Abschied nehmen, denn Marta blieb noch einen Tag länger in Gabas, um den Pic du Midi zum umlaufen und so sind wir jetzt unterschiedlich unterwegs. Mal sehen, ob unsere Wege auf dem GR10 irgendwann wieder zusammenführen. 


GR10 – Etappe 15


Tourentelegramm 15.Etappe: Von Gourette nach Estaing/ Gite d‘Etape Viellettes, 22,7 km, 6:30 h, 1070m ⬆️, 1350m ⬇️

Ich startete meinen heutigen 15. Wandertag etwas später, erst um 7:45 Uhr, um meinen ersten Aufstieg zu nehmen, zum Col de Tortes (ich erwartete eigentlich ein Kuchenbuffet! 🍰), auf einem schönen und teilweise recht steilen Wald- und Wiesenpfad. Danach ging es steil bergab, ebenso ein Wiesenpfad, der teilweise so steil war, dass ich es auf der Grasnarbe recht unangenehm fand, denn das ist ja doch oft recht rutschig. Da hieß es einfach: Langsam und vorsichtig! Wir liefen dann bis zu einer Landstraße, und dort nutzte ich die Möglichkeit, über die Landstraße abzukürzen, um ein wenig Höhenmeter an diesem Tag einzusparen. Ich hatte die ganze Zeit ein traumhaft schönes Panorama und die Berge zeigten sich heute ganz grün, mit wenig Fels, ganz anders als gestern.

Nach der Landstraße ging es steil bergauf zum nächsten Col: Col de Saucède! Von dort ging es gemächlich bergab, über wunderschöne Viehweiden und dann durch einen Wald auf einer breiteren Schotterpiste bis nach Arrens, einem Dörfchen, welches zu einer Einkehr einlud. Ich fand sogar einen Liegestuhl für mich, mit dem Nachteil, dass ich dort einschlief und die Pause länger wurde als gedacht. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass es danach noch mal länger bergauf ging und ich für diesen Aufstieg eigentlich viel zu müde war. Es zogen auch Wolken auf und ich dachte nur: „Mann oh Mann, wärst du doch bloß nicht eingeschlafen.“ Aber es half ja alles nichts: Erst den Aufstieg meistern und dann Gas geben, auf dem schönen Waldpfad lief es sich gut, unter mir weicher Waldboden, so dass ich gut voran kam. Die Wolken verzogen sich glücklicherweise wieder. Aber es war sehr drückend heiß! Am Ende folgte noch Stück auf der Landstraße, da musste ich Rosa hinterher ziehen, wie einen störrischen Esel! Sie hatte einfach „keinen Bock“ mehr! Endlich kamen wir an der Gite d‘Étape Viellettes an: Einem hübschen alten Landhaus! Rosa legte sich in den Schatten und schlief sofort ein und für mich gab es im Schatten ein kühles Getränk! Erstaunlich, wie schnell die Mühen der letzten Stunden sich wie die Wolken verzogen hatten.

Plaudern aus dem Nähkästchen: 

„Die Sache mit den Füßen“

Die Füße tragen mich durch die Wanderungen und so sind mir meine Füße heilig. Heilig, in diesem Wort steckt heil drin und heil bedeutet: Gesund, ganz. Wie achte ich darauf, dass meine Füße gesund bleiben? Das geht morgens los, in dem ich die Füße bevor ich in die Wanderschuhe steige, dick und fett mit einer speziellen Fußsalbe eincreme, die dafür sorgt, dass der Fuß weich und geschmeidig bleibt und keine Blasen bekommt. Mittlerweile sehen meine Füße aus, wie ein weicher Babypopo! So gut gepflegt waren sie zu Hause nicht. Nach der Wanderung, dehne ich nicht nur die verschiedenen Muskeln der Beine, sondern knete und massiere auch meine Füße und sie erhalten noch mal eine Crememassage! So hat es bisher gut funktioniert, dass meine Füße heil geblieben sind. Ach ja, eine Sache sollte ich noch erwähnen: Ich bin eher ein Ballengänger im Abstieg und das tut den Ballen nicht gut und ich achte mittlerweile darauf, dass ich im Abstieg über die Ferse komme und damit den Ballen entlaste, sonst ist zu viel Druck auf dem Ballen und das schmerzt mit der Zeit. Ich lerne also ein ganz neues Gehen und achte sehr bewusst auf das abrollen, nicht nur beim Abstieg, sondern auch auf der Ebene! Soweit zum Thema Füße! 

GR10 – Etappe 16

Tourentelegramm 16.Etappe: Von Estaing nach Cauterets, 9,6 km, 4:00 h, 1250m ⬆️, 30m ⬇️

Heute hatte ich eine sehr besondere Etappe, die mir einen halben Pausentag bescherte, denn wenn ihr genau hinschaut, fehlt bei der Tour der Abstieg! Wie kommt denn das? Eins nach dem anderen! Ich startete morgens, gut gestärkt nach einem leckeren Frühstück, an der Gite d‘Étape de Viellettes in Richtung Lac d‘Estaing, von dort ging es links in den Wanderweg und dann immer aufsteigend bis zum Col d‘Ilhéou.

Von dort ging es noch ein wenig nach oben, zum Bereich des Sessellifts,der zu dem Skigebiet Cauterets gehört. Im unteren Teil eine Kabinenbahn und oben ein Sessellift. Ich hatte diese Route gewählt, da der offizielle Wanderweg über den „Parc National de Pyrénées“ ging und diesen Abschnitt durfte ich mit Hund nicht laufen, und so dachte ich mir: dann lauf ich halt die Schotterpiste runter, immer am Lift entlang. Doch als ich dann dort oben war, zog es komplett zu, und es war so neblig, dass ich nicht mal die Hand vor Augen sah (im übertragenen Sinne)… ein bisschen was sah ich schon noch. Ich sah zum Beispiel zwei Autos oben an der Piste stehen. Ich setzte mich neben die Schotterpiste und aß mein Käsebrot, immer mit einem Auge auf die beiden Autos gerichtet, die dort standen, denn ich dachte mir: „Wenn jetzt eins dieser Autos runter fährt, dann frage ich, ob ich mitfahren kann.“ Der Nebel wurde immer dichter, und ich sah irgendwann die Autos gar nicht mehr, doch plötzlich hörte ich eine Autotür. Tatsächlich kam ein Auto angefahren, mit zwei Arbeitern, der Seilbahn und ich fragte sie, ob ich mitfahren könnte und sie sagten: „Ja!“ So wurde ich zur Kabinenbahn gebracht und von dort schwebte ich gemächlich nach unten und landete, ohne mit den Füßen viel getan zu haben, in Cauterets! Dort war ich dann schon um die Mittagszeit, und hatte einen unerwarteten Pausentag! Nach den vielen Höhenmetern und Kilometern der letzten Tage, war mir dieser Pausentag sehr willkommen!

Hübsche Gassen in Cauterets! Und ein hübscher Schlafplatz für Rosa:

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2 Gedanken zu „GR10 – Etappen 13-16“
  1. Wow! Ist ja richtig spannend, Deine Tourenveschreibung zu verfolgen. Toll, was Du erlebst und welch herrliche Natur du erwanderst. Bewundernswert!
    Weiterhin tolle und erlebnisreiche Tage. Liebe Grüße Horst

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