Sa. Apr 13th, 2024

„Weitermachen oder aufhören?“

In den letzten Tagen trieb mich die Frage um: „Weitermachen oder aufhören?“ Es war extrem heiß, was die Wanderungen schon sehr, sehr anstrengend und schwierig gemacht hatte. Rosa hechelte die ganze Zeit um die Wette! Und sie wurde zunehmend dünner und es gelang mir nicht, sie in irgendeiner Form aufzufüttern. War es Zeit nach Hause zu fahren? Dazu kam, dass ich kein Essen und kein Bargeld mehr hatte und die nächste Stadt weit entfernt war! Ungelöste Fragen!

Als ich dann in Mantet ankam, schilderte ich Jean, dem Herbergswirt, meine Situation, denn ich wusste, dass er sich gut auskennt und vielleicht auch eine Idee hat, wie ich die letzten Etappen etwas abkürzen könnte. Er erzählte mir dann, er würde morgen in die nächste Stadt fahren, Vernet-les-Bains, und er könne mich gerne mitnehmen. Das war natürlich super klasse: Ich würde zu Bargeld kommen, einkaufen und wäre an einem Ort, von dem ich entweder per Bus und Zug nach Hause fahren würde, oder ich würde ein Stück Taxi fahren und die letzten vier Etappen anschließen. 

Gite d‘Étape de Cazenove:


Als dann der angekündigte Regen und die damit verbundene Abkühlung kamen, entschied ich mich für einen Pausentag mit Taxifahrt und den vier letzten Etappen bis nach Banyuls-sur-Mer.

36 Etappen lagen hinter mir, 4 Etappen vor mir, ich wollte das Mittelmeer zu Fuß erreichen!

Die Mitfahrgelegenheit nach Vernet-les-Bains nahm ich gerne an! Dort angekommen, fand ich ein Hotel und erledigte meine Besorgungen. Für Rosa kaufte ich: 800g Rindfleisch, 6 Eier, 4 Joghurt, 1,5 kg Trockenfutter… ich würde sie in den nächsten Tagen, so gut es ging, „mästen“!

Vernet-les-Bains:


Farbenfrohes Frühstück:


„Abenteuerliche Taxifahrt“

Draußen plätscherte der Regen, ich hatte gut geschlafen, was heißt gut geschlafen, ich hatte geschlafen wie ein Bär! Tief und fest! Die Abkühlung hatte so unglaublich gut getan und dann kam mein „Taxi“ und es brachte mich in knapp 2 Stunden zum Refuge Batère. Erst war es noch eine normale Straße, dann eine schmale Straße, dann eine mini kleine Straße und dann eine Buckelpiste! Rechts und links, immer wieder traumhafte Ausblicke, trotz Regenwetter: Wald, Felsen, Nebel, einzelne Häuser, alte Ruinen, Kühe am Wegesrand, mini kleine Dörfer, ab und zu mal ein Straßenschild, die Buckelpiste! Bei schönem Wetter würde man von hier aus das Mittelmeer sehen, erklärte mir der Taxifahrer! Wir ruckelten und zuckelten im alten Renault vor uns hin ( R5?).


Und dann kamen wir am Refuge Batère an, einem alten Minengebäude …deshalb gibt es überhaupt diese alte Straße hier hinauf! Es wurde immer regnerischer und kühler und windiger. Eigentlich sind Hunde in Refuge Batère nicht erlaubt, aber bei diesem Wetter durfte ich mit Rosa in den Aufenthaltsraum und konnte dort ganz gemütlich den Tag verbringen: Endlich viele WhatsApp Nachrichten beantworten, die Bilder der letzten Tage anschauen und mich daran freuen, und meinen Blogbeitrag schreiben.

Erst draußen, dann drinnen:


Aus der Küche drang angenehme Musik an meine Ohren und Geräusche von geschäftigem Treiben! Ich konnte mir vorstellen, dass in den vergangenen Tagen hier viel los war, doch nun war alles ganz still, denn bei diesem Regenwetter kam kaum ein Wanderer vorbei.

Um 14 Uhr hatte Rosa schon 2x gefressen (das Rindfleisch, die 4 Joghurt und 4 der 6 Eier, samt einer Portion Trockenfutter waren seit gestern Abend schon verspeist …unglaublich, wie viel ein Hund fressen kann) und sie schlief sich fit 💪🏻 🐕🥩(wahrscheinlich träumte sie von Rindfleischtorten)! Auch bei mir stellte sich eine angenehme Müdigkeit ein! Müde und sehr entspannt! Ich freute mich an meiner Entscheidung und hoffte auf vier gute restliche Wandertage!

Ach ja, und es gab sogar eine kleine Ausstellung über die ehemalige Mine:


Und irgendwie störte der Regen in diesen Momenten überhaupt nicht!

Zur Feier des gemütlichen Tages zog dann noch eine Schafherde vorbei und der Regen ließ nach:


Psalm 23:
The Lord Is My Shepherd

The Lord is my shepherd; I shall not want. He makes me lie down in green pastures. He leads me beside still waters. He restores my soul. He leads me in paths of righteousness for his name’s sake. Even though I walk through the valley of the shadow of death, I will fear no evil, for you are with me; your rod and your staff, they comfort me. You prepare a table before me in the presence of my enemies; you anoint my head with oil; my cup overflows. Surely goodness and mercy shall follow me all the days of my life, and I shall dwell in the house of the Lord forever

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