So.. Sep. 20th, 2026

Irgendwie will ja jeder mal auf der Zugspitze gewesen sein und dieser höchste Gipfel Deutschlands fehlte noch auf meiner Liste. Also, freies Zeitfenster genutzt und eine viertägige Tour geplant! Anfang September ging es mit dem Zug nach Garmisch-Partenkirchen, gemeinsam mit Freundin Christa.

Start unserer Bergtour war an der Bergstation der Alpspitz Bahn. Vor uns lag ein viertägiges Hüttentrekking mit vier anspruchsvollen Touren (alle Schwarz 🥵). Wir hatten in den Tagen vorher fleißig die Wetteraussichten studiert, denn diese Tour konnten wir nur bei gutem und stabilen Wetter angehen. Nun waren die Wetteraussichten gut, und es ging los: Am ersten Tag ging es über die Alpspitzferrata zur Alpspitze und über den Nordwandsteig wieder zurück, dann zum Höllentor und über den Rindersteig zur Höllentalangerhütte. 

Dort war es erstaunlich ruhig, was wahrscheinlich daran lag, dass es die Empfehlung gab, den Höllentalferner (Gletscher) nicht mehr zu begehen und auch alle Bergschulen ihre Touren über den Höllentalferner eingestellt hatten. Aber unsere Tour verlief am nächsten Tag über die Südliche Riffelspitze (und nicht über den Höllentalferner), und nach der Riffelscharte über einen versicherten Steig. Anschließend war der Weg durch einen Hangrutsch verschüttet und wir wagten es, im steilen Geröll „abzufahren“, was diesen Abstieg sehr erleichterte. Wir hatten beide solche Abfahrten im Geröll schon gemacht, sonst wäre der Abstieg fast nicht machbar gewesen. 

Ab und zu verlief dann der Weg unterhalb der Gondel die zur Zugspitze führte und es war ein echter Kontrast: Zwei Bergsteigende und über uns schwebend 50-60 Personen. Bei einer Pause in einem Lärchenwald hörten wir dann plötzlich Klassischen Gesang und fragten uns: Wo kommt denn das jetzt her? Bis uns klar wurde, dass da jemand auf der Zugspitze singt. Irgendwie skurril. Naja, weiter ging unser Wanderweg über den Bayernsteig und endlich war dann die Wiener Neustädter Hütte erreicht. Nach einem leckeren Abendessen (mit Nachschlag) und guten Gesprächen mit Tom, Magdalena und Elisa fielen wir bald in tiefen Hüttenschlaf.

Am dritten Tourentag konnte dann endlich der Aufstieg zur Zugspitze beginnen. Es ging erst durch Geröll und dann über den Stopselzieher (Klettersteig A/B) bis zur Zugspitze! Auweia, da war vielleicht was los. Wir brachten das Gipfelbild hinter uns und fanden dann tatsächlich ein ruhiges Plätzchen: Im Gipfelrestaurant gab es ein Café (mit Siebträgermaschine 😳… endlich guter Kaffee) und einer Lounge mit Pamoranafenster … und, oh Wunder der Wunder, wir saßen da alleine und genossen den Ausblick. Es war, als kämen wir von einem anderen Stern. Wir dehnten diese Pause aus und genossen unseren ruhigen Pamoramaplatz in vollen Zügen. Im Abstieg gab es dann (nach einigen Seilversicherungen im steilen Felsgelände) wieder eine Geröllpassage und wir nutzten die Chance wieder „abzufahren“, sehr zur Verwunderung einiger „Seilbahntouris“ die solch eine Technik scheinbar nicht kannten 😂. Sei‘s drum! Wir kamen zackig runter. Der restliche Anstieg führte durch eine Karstkandschaft (sah aus wie Mondlandschaft) und später durch Latschen und irgendwann waren die Füße müde und endlich tauchte die  Reintalangerhütte auf. Tagesziel erreicht! 

Tag Vier unserer Zugspitzrunde führte in würzigem ( O-Ton Marc Zahel) auf und ab über den Schützensteig zur Kreuzeckbahn. Der Steig hatte so manche „Chilinote“ und es war schon berechtigt, dass am Anfang und am Ende des Steigs stand: „Nur für Geübte“.

Besonders schön war es dann, nach dem Schützensteig auf dem Bernadeinsteig mit Blick auf das Karwendelgebirge zur Kreuzeckbahn zu wandern und von dort mit Leichtigkeit ins Tal zu „schweben“.

Die Zugspitzrunde hat mich herausgefordert und ich bin dankbar und froh, alle Etappen gut geschafft zu haben. Dank an Marc Zahel, der diese Tour im Rother Wanderführer „Hüttentrekking in den Bayrischen Alpen“ beschreibt und in mir die Idee zur Tour geweckt hat! Ich hätte nicht gedacht, dass das Zugspitzgebiet mich so begeistert, trotz aller „Verbauung“.

Tourentelegramm:

Zugspitzrunde, 1. Etappe: Über die Alpspitze (Ferrata A/B, Nordwandsteig T4) zum Höllentor und auf dem Rindersteig zur Höllentalangerhütte, 8 km, 530 m auf, 1300 m ab, 5:15 h

Zugspitzrunde, 2. Etappe: Von der Höllentalangerhütte zur Wiener-Neustätter Hütte über Riffelscharte (T4), 10,7 km, 1600 m auf, 770 m ab, 6:15 h

Zugspitzrunde, 3. Etappe: Von der Wiener-Neustätter Hütte über Stopselzieher (A/B) zur Zugspitze und absteigend (T3) zur Reintalangerhütte, 10,3 km, 800 m auf, 1600 m ab, 6:30 h /A/B/T4

Zugspitzrunde, 4. Etappe: Von der Reintalangerhütte über Schützensteig (T5) und Bernadeiensteig zur Kreuzeckbahn, 9,2 km, 980 m auf, 750 m ab, 5:45 h

Alle Etappen demnächst auf Alpenvereinaktiv:

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